The Art of C.G. Jung

Herausgegeben von der Stiftung der Werke von C.G. Jung (engl. Originalausgabe W.W. Norton, 2018)

Auf der Basis von drei Jahrzehnten vertiefter Recherche publiziert die Stiftung der Werke von C.G. Jung einen umfassendes Bildband über Jungs künstlerisch-gestalterische Tätigkeit, mit zahlreichen bisher unpublizierten Zeichnungen, Bildern und Skulpturen. Seit der Publikation des Roten Buches im Jahr 2009 ist die aussergewöhnliche visuelle Komponente in Jungs Werk vermehrt ins Rampenlicht gerückt. Diese schlug sich auch in zahlreichen weiteren Arbeiten mit äusserst ausdrucksstarken symbolischen Darstellungen und dem „Denken in Bildern“ sowie in der Entwicklung der Methode der aktiven Imagination nieder.

Auf der Grundlage der Forschungsarbeit ihres früheren Direktors und Präsidenten, Ulrich Hoerni, ist die Stiftung der Werke von C.G. Jung mit der neuen Publikation in der Lage zum ersten Mal einen weitgehenden Überblick über das künstlerische Werk von Jung zu präsentieren. Eingedenk der Tatsache dass Jung selbst seine Werke nie als „Kunst“ verstanden wissen wollte, ist es bemerkenswert welch künstlerisches Talent und welch breites Spektrum die in The Art of C.G. Jung gezeigten gestalterischen Arbeiten dokumentieren. Die im Band versammelten Aufsätze belegen die lebenslange Auseinandersetzung mit visuellen Arbeiten, von frühesten Zeichnungen aus der Kindheit bis ins hohe Erwachsenenalter, und zeigen Jungs aussergewöhnlichen Fokus auf Kunst als Gestalter, Sammler und Analytiker. Eine deutsche Ausgabe des Buches ist in Vorbereitung und soll im Frühjahr 2020 erscheinen.

History of Modern Psychology

Lectures Delivered at ETH Zurich, Vol. 1, 1933-1934, ed. Ernst Falzeder (Princeton University Press, 2018)

In den einführenden Vorlesungen seiner Lehrtätigkeit an der ETH Zürich spricht Jung über die Entwicklung des Begriffs und der Konzepte des Unbewussten und gibt einen breiten Überblick über die theoretischen Entwicklungen in Frankreich, Deutschland, Grossbritannien und den USA. Er geht dabei ausführlich auf die Werke von Justinus Kerner Die Seherin von Prevorst und Théodore Flournoy Des Indes à la planète Mars ein. Die frühen ETH Vorlesungen Jungs präsentieren die Geschichte der modernen Psychologie aus der Perspektive des weltbekannten Tiefenpsychologen und bieten Gelegenheit Jung im Originalton zu begegnen. Die Rekonstruktion seiner Vorlesungstexte zeichnet sich dadurch aus, dass Jung hier nicht nur für Spezialisten sprach, sondern seine Ausführungen über die wichtigsten Grundlagen seines eigenen Werks für ein allgemeines Publikum formulierte.

Das Buch enthält ein längeres Vorwort von Ulrich Hoerni von der Stiftung der Werke von C.G. Jung über die Geschichte von Jungs Vorlesungstätigkeit an der ETH, und wurde vom Herausgeber des Bandes, Ernst Falzeder, mit weitreichenden Querverweisen zum Werk-Kanon Jungs und mit Erklärungen zu den wichtigsten Konzepten und Begriffen versehen. Es ist dies der erste Band einer von der Philemon Foundation herausgegebenen Reihe bei Princeton University Press, welche Jungs ETH-Vorlesungen aus dem Zeitraum 1933-1941 auf Englisch publizieren wird. Eine deutschsprachige Ausgabe ist gegenwärtig noch nicht geplant.

On Psychological and Visionary Art

Notes from C.G. Jung’s Lecture on Gérard de Nerval’s Aurélia, ed. Craig Stephenson (Princeton University Press, 2015)

Kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges und nach persönlicher schwerer Krankheit, gab Jung 1945 in Zürich einen bisher wenig bekannten Vortrag über den französischen Romantiker und Dichter Gérard de Nerval. Im Zentrum des Vortrags stand Nervals psychologischer Roman Aurélia, welcher von Jung als Versuch der Überwindung einer tiefen inneren Krise und der Flucht vor dem Wahnsinn gelesen wurde. Nebst der profunden Einführung in die Thematik durch Craig Stephenson enthält diese englischsprachige Erstausgabe die preisgekrönte Aurélia Übersetzung von Richard Sieburth sowie Alfred Kubin’s düster beeindruckende Illustrationen zur deutschen Ausgabe des Buches von 1910, ebenso wie Jungs eigene Text-Anstreichungen und weitere Originalmaterialen, die er zur Vorbereitung des Vortrags anfertigte.

Analytische Psychologie im Exil

Die Korrespondenz zwischen C.G. Jung und Erich Neumann, 1933 – 1960, hg. von Martin Liebscher (Patmos, 2015)

Erich Neumann, 1905 in Berlin geborener jüdischer Arzt und Psychologe, floh 1934 aus Nazideutschland – ein Jahr, nachdem er den fast 30 Jahre älteren C.G. Jung in einem Seminar kennengelernt hatte. Beide Männer begannen einen intensiven Gedankenaustausch, der in einem sich über drei Jahrzehnte erstreckenden Briefwechsel seinen Niederschlag fand. Dieser Band dokumentiert erstmalig die gesamte Korrespondenz zwischen C.G. Jung und seinem bedeutendsten Schüler, der selbst zu einem der einflussreichsten Tiefenpsychologen unserer Zeit wurde.

Die Jung-Neumann – Briefe offenbaren viel von Jungs Einstellung zum Judentum und seinem Verständnis von jüdischer Mystik. Sie beschreiben auf faszinierende Weise, was die Emigration nach Palästina für die deutschen jüdischen Intellektuellen bedeutete. Nicht zuletzt wirft dieses Buch ein erhellendes Licht auf Jungs Haltung gegenüber Nazideutschland und auf das Thema »C.G. Jung und Antisemitismus«.

C.G. Jung und James Kirsch

Die Briefe, 1918-1961, hg. von Ann C. Lammers (Patmos, 2015)

C.G. Jung und den jüdischen Psychiater James Kirsch verband eine jahrzehntelange Freundschaft, die in einem intensiven fachlichen und persönlichen Austausch ihren Niederschlag fand. Erstmalig dokumentiert dieser Band den Briefwechsel zwischen dem großen Tiefenpsychologen und seinem Schüler in der Zeit von 1928 bis 1961. Die Briefe zeichnen ein Bild von C.G. Jung als Therapeuten, der Kirsch wichtige Hinweise zu dessen klinischen Fällen gibt. Sie verdeutlichen die Entwicklung der Jung’schen Psychologie in ihren Anfängen und vermitteln zusammen mit den Jung-Neumann Briefen ein vertieftes Bild von C.G. Jungs Einstellung zu Judentum und Antisemitismus in Zeiten des Nationalsozialismus.